Fr 14 Sep 2007
Abenteuer in Second Life – Reportage des ORF
Geschrieben von Kaaron Whitfield unter Alle Artikel
(GW) Verantwortlich für die Reportage ist Michael Fischer-Ledenice, der laut der ADA (Austrian Director’s Association) im ORF- Archiv über 1600 Beiträge verzeichnen kann und 2002 den Fernsehpreis der Österreichischen Erwachsenenbildung verliehen bekommen hat.
Mit dem Avatar Platon Pfeffer ist er seit dem 02. April 2007 in SL angemeldet. Sein Beitrag wurde vor wenigen Tagen auf ORF ausgestrahlt.
Zum Bericht:
Nach dem Vorspann mit einigen schnell aneinander gereihten Ausschnitten aus SL wird, sehr vereinfacht, die Entstehung eines Avatars dargestellt und vom Sprecher erläutert. Help Island ist die erste Station des neu erschaffenen Platon Pfeffer und schon beim Kontakt mit der ersten virtuellen Figur wird klar, dass der Bericht das angeschlagene Image von SL nicht aufbessern wird.
Die geführten Chat- Dialoge, die in der Reportage eine tragende Rolle übernehmen, sind von diversen Sprechern mit unterschiedlichen Slangs und Dialekten synchronisiert und vermitteln immer den Eindruck, als hätte der jeweilige Gesprächspartner des virtuellen Regisseurs nicht alle Tassen im Schrank. Sogar Gespräche mit „normalen“ SL-Designern und Künstlern haben, bedingt durch die Synchronstimmen, immer diesen negativen, zynischen Beigeschmack.
Auf Sky Island, genauer gesagt im TW1 (ein digitaler, österreichischer Fernsehsender für Reise, Wetter und Sport) Garten für Kunst und Kultur richtet sich der Reporter eine Art Hauptquartier ein, d.h. er lädt die Leute, die er auf seinen Reisen trifft, zu einem Besuch mit inkludiertem Interview dorthin ein.
Platon Pfeffer besucht verschiedenste Plätze in SL.
Austria Island, das Tiroler-Eck, Venedig, Hawaii, Mykonos, Tokio sind nur einige der Stationen des Reporters.
Leider trifft er bereits nach 5 Minuten des Berichts in Austria Island auf einen Alien, der sich dann auch noch - recht dramatisch inszeniert – in einen Teufel verwandelt und auf einen Furry… Jetzt ist die Sache mit dem Image wohl endgültig erledigt.
Nachdem sich Pfeffer über die Sinnlosigkeit von Fallschirmspringen und Bungee-Jumping in SL ausgelassen hat, gibt er diversen SL- Fortbewegungsmitteln wie Autos, Flugzeugen und Pferden der Lächerlichkeit preis.
Beziehung, Hochzeit, Shopping, Jobs, Sex (Zitat: „Das wirkliche Hauptthema in SL.“), Geld, Glücksspiel, Politik, Musik, verschiedene Religionen … vollständiger könnte ein Querschnitt durch SL kaum sein.
Trotzdem bleibt der negative Touch des Berichtes ein ständiger Begleiter. Wenigstens wird gar nicht erst versucht, Objektivität zu heucheln.
Auf Spurensuche nach Kinderpornografie findet Platon ein Adoptionsbüro, wo er zwar Kinder - Avatare antrifft, vom Besitzer aber recht rüde abgewimmelt und sogar gebannt wird.
Nach einem virtuellen Schwertkampf, der leider schlechter animiert ist, als diverse Gameboy – Spiele, wird am Ende des Berichtes, Platon Pfeffer auf der Erfinder- Insel von einem Übungsroboter erschossen und in ein anderes Universum versetzt. Schade, dass die anscheinend allgegenwärtige Skepsis gegenüber virtuellen Welten eine objektive Berichterstattung einmal mehr nicht möglich gemacht hat.
Der ganze Bericht ist - in zwei Teilen - auf clipfish.de zu finden. Klickt einfach auf die Links!
Weblink:
Adventures in Second Life - Teil I
Adventures in Second Life - Teil II
Landmark:
TW1 – Garten für Kunst und Kultur
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4 Kommentare für “ Abenteuer in Second Life – Reportage des ORF ”
Kommentare:
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15. September 2007 um 17:35
Danke fuer den Hinweis! Ich schaue gerade rein, kann daher noch nichts abschliessend sagen. Es scheint mir auf jeden Fall ein neutraler, realistischer Bericht zu sein, vielleicht ist die Zeit der reisserischen Fernsehberichte ja nun endgueltig durchgestanden, toi toi toi… Nur zwei Anmerkungen: Natuerlich muss man nicht USD10/pro Monat bezahlen, um “richtiges Mitglied” zu sein…. Und, zu Deinem Kommentar: Furry, es heisst Furry. Weder Flurry noch Furby, einfach Furry… %-)
(vgl. http://furry.wikia.com/wiki/The_Furry_Song)
Cheers,
Torrid
15. September 2007 um 18:46
Hi Torrid Luna! Neutral find ich den Bericht zwar nicht gerade, aber danke für den Hinweis mit dem Furry :).
Wollte noch nachschauen, obs auch stimmt, habs dann aber komplett vergessen…
Bin hier als Autor noch nicht freigeschaltet, aber ich werd die Richtigstellung in die Wege leiten.
K
15. September 2007 um 22:02
Second Life ist doch sowieso vollkommen überhyped.
Fallschirmspringen in SL fand ich aber immer noch ganz interessant, wobei virtuelles Fallschirmspringen nichtmal irgendwie annähernd an den Kick im echten Leben rankommen kann…
16. September 2007 um 00:55
Aeh, das kommt davon, wenn man nur die ersten paar Minuten schaut, und dann gleich loskommentiert… %-)
@”Fallschirmspringen Fan”: Jaja, richtig fliegen ist auch viel toller als in Second Life. Kann ich jedem nur empfehlen.
Second Life ist alles moegliche: Overhyped, totgesagt, menschenleer und ueberlaufen. Aber noch lange nicht in seinen Moeglichkeiten fuer die Zukunft ausgelotet.