So 18 Mai 2008
Einsatz für die Polizei in Secondlife
Geschrieben von Rike Lundquist unter Alle Artikel
Auch in Secondlife gibt es eine Polizei. Keine richtige-sie hat auch nichts mit der wirklichen Polizei zu tun. Dennoch fand sich eine Gruppe zusammen, die erstaunliches geleistet hat bislang. Auch bei der Lösung eines richtigen Falles, konnte diese bereits mit der realen Polizei zusammenarbeiten. Dazu später mehr.
Ich traf dann einen netten Herren in Uniform: Marco27Ger Allen der mir alles zeigte und erklärte.
Vor der Tür befindet sich ein Notrufmelder, wenn grade mal alle Einsatzkräfte unterwegs sein sollten, kann man dort eine Nachricht hinterlassen.

Zunächst wurde mir die Direktion der Polizei in Secondlife gezeigt.
Dieses Gebäude ist wie man unschwer erkennen kann gesichert.
Als ich den Innenhof betrat kam eine Stimme aus dem Lautsprecher:
Hallo Rike Lundquist, dein Besuch auf dem Polizeigelände wurde aufgezeichnet. Viel Spass beim Umsehen
Okay, so soll das wohl sein bei der Polizei, dachte ich mir. Ich wurde dann in die Fahrzeughalle geführt wo die neuesten Einsatzfahrzuge der Polizei standen.

Diese sind sämtlichst mit Blaulicht und Martinshorn ausgerüstet. Einige haben sogar einen Umschalter für Stadt-/Landsignal. Ein einziges neues Fahrzeug ist zusätzlich noch mit dem neuen YELP-Signal ausgestattet, was in Amerikanischen Streifenwagen benutzt wird. Da Sl ja international ist, findet dieses gerade bei den Besuchern aus den USA eher Beachtung.
Im ersten Stock fiel mir gleich ein Plakat an der Wand auf.
Es zeigt ein Symbol der IPA.
Marco hat diese zusammen mit dem Betreiber der Austria Polizei gegründet in Sl.
Die IPA ist…….der politisch und gewerkschaftlich unabhängige Zusammenschluß von Angehörigen des Polizeidienstes, ohne Unterschied von Rang, Geschlecht, Rasse, Hautfarbe, Sprache oder Religion.
In soweit passt das ja gut hier rein, zumal auch eine Kooperation mit der Polizia Italia in Sl besteht. Das Abzeichen und auch alle anderen Zeichen der richtigen Polizei wurden geändert, damit niemand einer Verwechselung unterliegt.
Ebenso wurde der Gruppenname in Sl-Polizei geändert um auch dem vorzubeugen.
Die Gruppe SL - POLIZEI hat keinerlei Bezug zur realen Polizei und wird daher nur innerhalb SL auf ausdrücklichen Wunsch der Sim Owner tätig
Was das bedeutet, erkläre ich noch.
Im ersten Stock also finden sich neben Teamarbeitsplätzen auch das Einsatzleitsystem der Sl-Polizei.

Hiermit wird die Kommunikation der Einheiten mit der Zentrale gewährleistet.
Nun drängte sich mir aber doch die Frage auf, wozu das alles. Wie kam Marco auf die Idee sowas alles zu initieren.
Marco fragte vor längerer Zeit den SIM-Owner von München ob er nicht jemand brauchen würde, der auf seiner SIM arbeitet.
Zunächst war Marco für die Rentals zuständig als Verwalter und musste hin und wieder einschreiten, wenn die Anzahl der Prims zu hoch waren. Er erhielt vom SIM-Owner auch die Bannrechte für die gesamte SIM für Störenfriede.
Da ihn aber keiner kannte, musste ein Gruppenname her, der einer realen Institution zumindest gleicht.
Man dachte an : Ordnungsamt. Polizei, Eintreiber der Sim oder sowas und einigte sich schließlich auf POLIZEI. Die Idee war also “geboren”.
Nach einer Weile stiessen immer mehr Leute zu Marco, da es keine Polizeigruppe in Sl gab.
Marco sagt: “Daher waren wir die erste Polizeigruppe im deutschsprachigem Raum”
Meine Frage ob das alles Polizeifans sind wurde indirekt bestätigt. Marco führte sogar aus, dass einige Rl Polizisten dort aus Spaß mitmachen.
Dies war in einem besonderen Fall von echtem Vorteil, da bekannt wurde, dass jemand nach Kinderpornografie suchte. Der Fall wurde kurzerhand durch einen Berliner RL Polizisten übernommen und der Bursche bekam eine Anzeige.
Besonders hinweisen möchte ich noch darauf, dass Marco und seine starke Truppe dies alles umsonst machen. Es gibt keinerlei Vergütung dafür. Lediglich das Gebäude wird kostenfrei überlassen.
Die Gruppe der aktiven Mitglieder umfasst mittlerweile 59 in der BePo ( Bereitschaftspolizei) und 16 in der Sl Polizei. Hinzu kommen natürlich noch die Einheiten der Austria Polizei und der Polizia Italia.
Wer trotzdem Interesse an der Sache hat und über 18 ist, der kann sich bei Marco melden.
Am Schluß bekam ich noch eine Polizeiuniform für das Gruppenfoto und ich kam mir ein bißchen vor wie beim Großstadtrevier
Ein Klick aufs Bild, macht es grösser:-)
Ich möchte Marco und seinen Freunden ausdrücklich für die nette Führung dort danken. Auch möchte ich deutlich machen, dass meine Vorbehalte gegen die Sl-Polizei sämtlichst ausgeräumt wurden. Diese Gruppe macht gute Arbeit und sehr detailgenau . Vor allem macht sie es umsonst und bezahlt noch für die Ausstattung etc. Das hat mir sehr imponiert.
Der Vergleich mit einer Rollenspielgruppe oder wie man im Neudeutsch sagt Roleplay *g*, hinkt deshalb gewaltig.
Rike Lundquist
Hier noch zwei Landmarks:
Oktoberfest München
Muenchen
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2 Kommentare für “ Einsatz für die Polizei in Secondlife ”
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28. Mai 2008 um 16:05[…] polizeis allmählich leid - so schlimm Kindesmisshandlungen insbesondere, aber sicher nicht nur in Form sexueller Gewalt, auch ist, das kann doch nicht sein, das dem ALLES untegeordnet werden kann. Der Begriff alleine wird ja schon immer vollkommen undifferenziert durch die Gegend geschmissen - Kinderpornografie deckt doch die Gesamte Spanne von einem Spanner Foto in der Umkleide über bewusste ‘erotische’ Darstellung von Kindern bis hin zu im Bild festgehaltenem sexuellem Missbrauch ab. Wenns doof läuft, und ein besorgter Jugendschützer das so interpretiert, dann ist ein Foto der eigenen Kinder wie sie in der Badewanne planschen ja schon Kinderpornografie. Letztlich wird der Begriff doch mittlerweile schon synonym für das manifestierte Böse des Internet verwendet - und genauso ist dann auch das Vorgehen dagegen. 350 Fälle in Badenwürttemberg im ganzen Jahr. Auch wenn ich mal unterstelle, das hinter jedem dieser Fälle tatsächlich ein Kindesmissbrauch steht (was der Begriff so nicht hergibt) und entsprechend schlimm ist - man mus doch mal die Kirche im Dorfe lassen. Wieviele ‘normale’ Missbrauchsfälle von Kindern hat es denn in dem Zeitraum in Badenwürttemberg gegeben? Von Vernachlässigungen und so weiter und so fort will ich gar nicht anfangen? Da dürften 350 Fälle allein in Stuttgart wahrscheinlich sehr niedrig geschätzt sein. Da schreit aber keiner, das regelmässige Haussuchungen bei allen Erziehungsberechtigten durchgeführt werden sollen, um das Wohl der Kinder sicherzustellen. Warum nicht? Der Vergleich ist sicher übertrieben, aber es ist schon irre, wie ein einziges schwammiges Schlagwort reicht, damit dem sämtliche Bürgerrechte und jedes Mass für Verhältnismäßigkeit untergeordnet werden. Dazu dann auch noch der Verweis auf diesen wirklich haarsträubenden Artikel aus dem Bereich des Bundeskriminalamts. Dieses ganze Phänomen Kinderpornografie, so wie damit umgegangen wird, ist für mich ein Paradebeispiel für professionelle Volksverdummung. […]


28. Mai 2008 um 17:21
1.Sorry aber dieser Kommentar im Pingback hört sich ein bißchen an wie:”Lasst die doch in Ruhe”
2.Auch wird hierbei völlig ausser acht gelassen, dass solche Sachverhalte sicher nicht von “besorgten Jugendschützern” beurteilt werden.
3. Niemand formuliert treffender als das zitierte Gesetz selber:
Aus Art 20(4) GG (Verhältnismässigkeit und Angemessenheit)
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Angemessen ist eine Maßnahme nur dann, wenn die Nachteile, die mit der Maßnahme verbunden sind, nicht völlig außer Verhältnis zu den Vorteilen stehen, die sie bewirkt. An dieser Stelle ist eine Abwägung sämtlicher Vor- und Nachteile der Maßnahme vorzunehmen. Dabei sind vor allem verfassungsrechtliche Vorgaben, insbesondere Grundrechte zu berücksichtigen.
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Bei einer Rechtsgüterabwägung kommt hier natürlich immer die Körperliche Unverletzlichkeit des Kindes als erstes.
Sicherlich gab es bestimmt schon Fälle von unberechtigten Anklagen aber man fragt sich generell beim Lesen dieses Artikels, ob hier eine rechtliche Diskussion nicht eventuell etwas deplaziert wirkt, da die eigentlichen Adressaten wohl kaum erreicht werden dürften. Ganz abgesehen davon, versäumt es der Schreiber auf das Legalitätsprinzip hinzuweisen, welches der Polizei kein Auswahlermessen einräumt bei Verdacht einer solchen Tat einzuschreiten. Statt dessen wird eine Art Genaralbeschuldigung angebracht-aber gerade dies prangert der Schreiber in seinem Werk an.
RIKE LUNDQUIST