junkyars-blues-club.jpgWer mag die amerikanische Lebensart? Wer schon über 40 Jahre alt und trotzdem noch unternehmungslustig ist, dem empfehle ich für den nächsten Samstagabend einen Besuch im Junkyard Blues Club. Der Clubname Junkyard („Müllplatz“) ist selbstironisch gemeint und bezeichnet das Konzept:

Der Club ist quasi ein Gegenentwurf zu den heutigen hochgestylten städtischen Discoclubs, eigentlich handelt es sich nur eine einfache Tanzfläche im Freien, umgeben von Bretterbuden am Strand, einem dieser typischen US-Diner-Restaurants, und einer Motorboot-Anlegestelle. Man glaubt, in Florida zu sein, irgendwo da draußen zwischen Coral Gables und Key Largo. Alles wirkt sehr ländlich, leicht gammelig und gewissermaßen gepflegt-verschlampt. Aber das Club-Ambiente ist dafür ausgesprochen stimmungsvoll und vor allem die Musik ist unglaublich gut. Wenn du die gelassene Südstaaten-Atmosphäre und diese unnachahmliche Mischung aus gepflegtem Blues, heissen Cajun Rythmen und romantischer Country Music magst, gerne Elvis, Johnny Cash, Nat King Cole oder Ray Charles hörst, dann raffe dich auf, lasse einfach mal den Fernseher aus, und geh mal hin. Nimm deine Liebste mit! Sie wird’s dir danken. Wie lange habt ihr keinen Stehblues mehr getanzt? Auch als Single findest du bei Salsa, Slowfox oder Tango garantiert sofort Anschluss. Ich habe wenige Tanzflächen in Second Life gesehen, die ständig so voll sind wie in diesem Club, und trotzdem gibt es nur selten lästige Lags auf der Sim.

Für die Musik im Junkyard Blues Club der Sender Stream Radio Georgia (Atlanta Blues Society) zuständig. Ich sage Euch, diese Musik geht wirklich in die Beine. Wer genug getanzt hat, kann sich auch mal ans Klavier setzen und selbst etwas zum besten geben. Oder man stellt sich zu den rosa Flamingos an den Rand der Tanzfläche und schaut sich die Fotos der Gäste an, die ab und zu auf der großen Videoleinwand gezeigt werden.

Der Event-Kalender des Clubs für die kommenden Monate ist voll bis Ende März, es gibt regelmäßige DJ-Events aber auch zahlreiche volksnahe Vergnügungen wie beispielsweise Wet-T-Shirt-Sontests, Messerwerfen, oder Schlammringer-Wettbewerbe.

Insofern ist der Club mehr als nur eine Einrichtung zum Tanzen für Freunde der Blues- und Hillbilly-Musik, eigentlich eher eine Art Freizeitpark, wo man auf konzentrierte amerikanische Lebensart trifft, speziell auf den lässigen Lifestyle der Südstaaten. Die Gestalter der Sim zeigten dabei viel augenzwinkernde Selbstironie, was eine sympathische Eigenschaft ist und an vielen Details beobachtet werden kann. Im Restaurant-Inneren, wo du flippern oder Poolbillard spielen kannst, gibt es z.B. nicht nur den typischen schmutzigbraunen Fliesenboden der frühen Sechziger Jahre, sondern man sieht auch noch ein, zwei schwarze Kakerlaken darauf herumrennen.

Man glaubt, die Wärme des Südens auf der Haut zu spüren. Viel Liebe zum Detail zeigen auch die Wohnwagen, die auf dem Trailerpark neben der Tanzfläche stehen. Wer es wagt, kann ja kurz einen Blick reinwerfen: Auf dem Campingherd kocht das Essen, der Fernseher ist an, es läuft ein 50er-Jahre Film mit Frank Sinatra, Dean Martin, und Sammy Davis Junior.

Sehr empfehlenswert für Bluesliebhaber, zum Träumen von den 50er Jahren, und für solche Leute, die (trotz George W. Bush) immer noch Amerikafreunde geblieben sind.

Landmark SLURL:
Junkyard Blues Club in SL