Do 28 Feb 2008
Totenkultausstellung im Ägyptischen Museum von Second Life läuft bis Sonntag
Geschrieben von Gilbert Wise unter Alle Artikel
Nach Grabfunden des Pharaos “Tutanchamun” und einer Ausstellung zum Totenkult der alten Ägypter, beginnt am kommenden Sonntag, 2. März, eine Ausstellung mit Objekten der ägyptischen Sammlung des Kestner Museums Hannover im Ägyptischen Museum der Volkshochschule in der virtuellen Welt.
Aufgebaut werden die nachgebauten Alltagsgegenstände aus der Zeit Echnatons und Nofretes in Second Life von Jachmes Masala. Außerdem werden Szenen zu Bestattungen und Grabinschriften sowie beispielhafte Übersetzung dort dargestellt.
Der Vorteil einer virtuellen Ausstellung liegt für die Dozentin auf der Hand:
Der Nachbau der Objekte führt zu einer genauen Auseinandersetzung mit dem Objekt, für den Besucher bietet es die Möglichkeit, das Objekt von allen Seiten zu betrachten, ggf. zu begehen und zu erfahren. Anders als Animationen von 3d-Programmen, die man z.B. aus dem Fernsehen kennt, deren Pfade für den Betrachter vorgegeben sind, steuert der SL-Besucher seinem Interesse gemäß die Zielrichtung selbst.
Eine Ausstellung in SL muß sich auch nicht mit praktischen Bedürfnissen wie Restauration, Konservierung der Objekte auseinandersetzen (Objekte sind frei ausgestellt, kein Vitrinenglas, Raumklima etc.), Fluchtwege und Distanzen zwischen Vitrinen wg. Kinderwagen oder Rollstühlen u.s.w.
Und bietet Inszenierungsmöglichkeiten, die im RL oft schon allein aus finanziellen Gründen scheitern.”
Der Totenkult in Ägypten
Im Ägypten glaubte man an ein Weiterexistieren nach dem Tod in einem Jenseits. Dieses weitere „Leben“ nach Beendigung des Lebens war eines der höchsten Ziele von Ägyptern, auf das sie sich daher schon im diesseitigen Leben vorbereiteten. So sorgten sie für die Mumifizierung der Körper, da sie glaubten, dass die Toten ihre „Hülle“ zum Weiterbestehen benötigten. Die Bestattungsrituale dienten dazu, ihnen den Weg ins Jenseits zu ebnen. Grabbeigaben sollten ihnen den Aufenthalt dort so angenehm wie möglich gestalten, „Arbeiterfiguren“ etwa die Felder im Jenseits für sie bestellen (in diese wurden Texte geritzt, die dem Toten Hilfe garantierten). Auch wurden ihnen regelmäßig Speise- und Trankopfer dargebracht. Sogar Briefe wurden den Toten geschrieben. In den Bandagen der Mumien fand man außerdem Amulette, die den Verstorbenen schützen sollten. Für das Leben im Jenseits war es aber ebenso notwendig, ein gerechtes und anständiges Leben geführt zu haben, da das Herz des Verstorbenen in die Waagschale des Totengerichts im Jenseits gelegt wurde. (Quelle: Wikipedia)
So fing alles an…
Seit Sommer 2007 ist sie als Dozentin der VHS in Second Life tätig. Die erste Ausstellung zeigte zunächst Objekte, die Jachmes Masala als Unterrichtstool in ihren Vorlesungen gebaut hatte. Daraus entwickelte sich immer mehr und hat mit der neuen Ausstellung mit den Objekten aus dem Hannoveraner Museum eine neue Qualität erreicht. Es sind nicht etwa nur virtuelle Stücke. Die Darstellung in Second Life schlägt vielmehr die Brücke ins wahre Leben.
Zur Zeit wird jeden Sonntag nachmittags eine Führung mit Voice durch das Ägyptische Museum angeboten. Sonst ist Jachmes Masala überwiegend abends online, oft auch am oder im Museum bzw. im Bereich des Infopointes der VHS in SL.
Landmark (SLURL):
Ägyptisches Museum der VHS in SL
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