Fr 25 Apr 2008
Willkommen im wilden Westen: Rauche Friedenspfeife mit dem Trapper
Geschrieben von Hera Loon unter Alle Artikel
Der Wilde Westen ist berühmt für seine Indianer, Sheriffs, postkutschenausraubende Ganoven, die Friedenspfeife und vieles mehr. Einige Elemente sind auch in Second Life wieder zufinden. Autorin Hera Loon traf sich mit dem Architekten längst vergangenen Zeiten auf der SIM Heavy Horses.
Bereits bei der Ankunft am Bahnhof dieser Westernstadt wurde mir sofort klar, dass ich hier 1. mit meinen offenen Sandalen nicht weit kommen würde und 2. das Abenteuer aus jedem Prim dieser fantastischen Gegend nur so sprüht.
Nachdem ich vom Erbauer Murphy Larsson und dem Simowner Dschoo Mortlock umwerfend freundlich empfangen wurde, zeigten mir die beiden zuerst die Freebieecke die sich direkt im Bahnhof befindet. Dort konnte ich mich mit einem Westernoutfit samt orginalgetreuem Cowboyhut einkleiden um nicht schon vor Beginn der Rundführung einem Herzinfarkt aufgrund der brütenden Hitze zu erliegen.
Innerhalb des Bahnhofs befindet sich ausserdem ein Reisebüro von Angie Ling Travel, die simeigene Zeitung und das Telegraphenamt. Während wir uns gemeinsam auf den Weg machten um die Gegend zu erkunden klärten mich die beiden über den Grundgedanken ihres Projektes auf. Sie wollten eine Sim erbauen die sich grundlegend vom althergebrachten Stil anderer Sims unterscheidet. Ich stellte sehr schnell fest dass sie diesen Plan grandios umgesetzt haben. Der ganze Sim wirkt sehr offen und durch die vielen unterschiedlichen architektonischen Facetten, die in der Zeit um 1897 gängig waren, wirkt alles äusserst orignalgetreu.
Konzeptionell stellt Heavy Horses eine gewachsene Stadt aus vielen individuellen Gebäuden dar. Dementsprechend ist auch das Zusammenleben eher im Vordergrund als der reine Kommerz. Es befinden sich ausschliesslich kleine Shops auf der Sim, es gibt keine Mall oder ähnliches, die das Gesamtbild stören könnte.
Ziel der Owner ist, einen bis heute nicht dagewesenen neuen bzw anderen Weg des Miteinanders erleben zu können.
Es stehen Häuser zur Verfügung die angemietet werden können und auch hier ist auffällig, dass das angelegte Mietsystem sich von anderen sehr im positiven Sinne unterscheidet.
Auf der kompletten Sim sind alle Häuser lediglich durch ihre Größe bestimmt. Jeder Einwohner kann soviele Prims mieten, wie er für die Einrichtung seines Hauses braucht. So können die Mieter dadurch beispielsweise ihrer Nachbarin ein paar Blümchen schenken, wenn der angebeteten Dame dies recht ist. Dies ist wie ich finde, äusserst reizvoll und sehr mieterfreundlich.
Im Gegensatz zu anderen Sims steht bis auf kleinere Ausnahmen das Land eher im Hintergrund, da keine altbekannte Parzellierung vorhanden ist. Jeder der mietet, kann somit sein Haus und auch die Gemeinschaftsflächen nutzen. Lediglich die Regeln der Höflichkeit zu den Mitbewohnern und natürlich das Anpassen an die Thematik der Sim schränken das Handeln der Mieter ein, was aber natürlich zum Vorteil für alle Bewohner und Gäste ist.
Während ich begeistert den Erklärungen der beiden lauschte waren wir inzwischen am alten Haus eines Trappers angekommen, der wie man an der Ausstattung seines Hauses erkannte, offensichtlich auch bereits in die Jahre gekommen ist. Alles wirkte sehr urig und gemütlich, so dass ich spontan beschloss ein Vollbad in seiner Wanne zu nehmen und mich danach auf seinem Matratzenlager etwas auszuruhen. Jedoch hatte ich meine Rechnung in diesem Falle ohne den Wirt gemacht, und so trieben mich die beiden an, unseren Weg fortzusetzen bevor die Dunkelheit hereinbricht und sich uns womöglich Gesetzlose in den Weg stellen würden.
Wir verließen also das Haus des Trappers, statteten der ortsansässigen Bäckerei einen Besuch ab, ich bestaunte den Farmermarket und das Haus am Strand, welches einer etwas noblere Fischermannslodge gleicht und wie der Name schon sagt ein eigenes kleines Strandstück beeinhaltet. Ich übte mich im Bullriding und erfuhr dabei, dass monatlich ein Gewinner ermittelt wird und auf diesen eine kleine Aufmerksamkeit wartet. Freudig überrascht stellte ich fest, dass auch Mexikaner und Chinesen ihre Spuren an diesem traumhaften Ort hinterlassen haben, als unser Weg uns an einer orginalgetreuen Hazienda und einem durch seine kasettenbauweise an asiatischen Baustil erinnernden Haus vorbei führte.
Ein wenig versteckt hinter der Hazienda liegt das “Haus am Fluss”. Der Innenausbau ist hier eher nobel gehalten und die eigene Terrasse sichert dem Mieter seinen ganz persönlichen Platz an der Sonne. Hier bestiegen wir ein Floss und ich genoss die Fahrt auf dem Fluss, der sich quer über den ganzen Sim schlängelt und in einem kleinen See am Wasserfall endete. Nun bestiegen wir die Lovehills, auf welchen sich zwei total romantischen Ecken mit Lagerfeuer befinden. Inzwischen war die Dunkelheit hereingebrochen, ich ließ mich völlig außer Atem auf einer Decke nieder und genoss den Blick in den grandiosen Sternenhimmel. Welch ein Anblick! Unter uns die beleuchteten Häuser des Ortes, über uns der sternenklare Nachthimmel. Einfach unbeschreiblich schön!
Nachdem wir uns etwas ausgeruht hatten, verliessen wir die Liebeshügel und kamen vorbei an Muff Potters House, der Bank, dem Saloon ( hier finden die Simevents statt. Von Hochzeit bis Geburtstagsfeiern kann dort alles abgehalten werden. Auch einzelne Zimmermietung ist natürlich möglich) und der Kirche ( welche für Trauungen und sonstige religöse Zwecke genutzt und gemietet werden kann) um nach einiger Zeit das sogenannten Court-Council-House zu erreichen. Hier befindet sich die Stadtverwaltung und das Gericht. Mich beschlich beim betreten des Gebäudes ein ungutes Gefühl als ich an den kleinen Beutel in welchem sich einige Goldstücke befanden dachte, den ich zuvor im Sand “gefunden” hatte. Mein Gefühl sollte recht behalten, noch ehe ich mich versah sass ich auf der Anklagebank und wurde in Windeseile als schuldig befunden. So endete mein erlebnisreicher Tag in Heavy Horses für mich am Galgen… Deshalb: Macht keine Dummheiten und hebt nichts auf, das euch nicht gehört…
Viel Spaß beim Erkunden, es gibt unendlich vieles zu entdecken!
Landmark (SLURL):
Heavy Horses
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